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... längst abgebaut ...

bis 3. Februar hatten wir ein wunderbares Thema:

Advent_Flick

Heute darf es schäbig und löchrig sein, „shabby“ gilt als schick! Bis vor einigen Jahrzehnten war es bittere Notwendigkeit, Dinge zu flicken und zu reparieren. Mit viel Aufwand an Arbeit, Zeit und Einfallsreichtum wurden Stücke instandgesetzt und Materialien weiter genutzt.

Solches „Flickwerk“ ist inzwischen rar. Die erhaltenen Sachen sind anrührende Zeugnisse traditioneller Lebensverhältnisse jenseits von Wohlstand und Überfluss.

Hund
strümpfe

Weit bis ins 20. Jahrhundert war es pure Selbstverständlichkeit, Alltagsdinge irgendwie funktionsfähig zu erhalten.

Flecken_kl1

Materialien waren teuer und wurden bis zum Letzten genutzt: Löten, nieten, nageln, kleben – alle Möglichkeiten wurden genutzt, um Gerätschaften zu stabilisieren und für weiteren Gebrauch zu rüsten. Was als Kleidung nichts mehr taugte, tat seinen Dienst als Putzlumpen oder „Flickfleck“, jedes Stückchen Leder oder Blech war noch für etwas gut.

„Aus Alt mach Neu“ hieß es vor allem in der Notzeit am Ende des 2. Weltkriegs. Umnutzen und Wiederverwerten waren Alltag.

Topf

Für professionelle Reparaturen standen die Handwerker zur Verfügung, Schneider oder Schuhmacher wohnten um die Ecke, Kesselflicker zogen von Haus zu Haus..

Vieles konnte man selbst reparieren. Stoff, Holz, Leder, Draht und Pappe - was immer zur Hand war, fand in einem kreativen Materialmix Verwendung.

Oft verbinden sich mit den lange genutzten oder individuell gebastelten Stücken besondere Geschichten.

Manch ein Stück enthüllt erst bei genauer Betrachtung sein früheres Dasein, so wie unsere Krippe, die aus alten Zigarrenkistchen gefertigt wurde.

„Gut flicken! Gut stopfen!“ ließ in Zeiten der Materialknappheit das Interesse an alten Techniken neu aufleben. Von den traditionellen Winterarbeiten zeugen die vielfach geflickten Säcke.

Die Kunst des Flickens lernten junge Frauen aus Oettingen und den Dörfern rundherum z.B. in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg für 50 Pfennig pro Tag in der Nähschule im Oettinger Kloster.

Auch in den Haushaltungsschulen standen „Nadelarbeiten“ und „Flicken“ auf dem Stundenplan. Dekorative Flickmustertücher erinnern an die Bemühungen.

Krippe_rueckseite
Mustertuch

Heute macht Recyceln Spaß. Bei uns in der Ausstellung konnten Kinder und Erwachsene aktiv werden und eigenes „Flickwerk“ herstellen. Aus Papier- und Stoff- und Wollresten ließ sich so manches zusammenflicken!

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ÖFFNUNGSZEITEN: Mittwoch bis Sonntag (und alle Feiertage) 14 - 17 Uhr - und jederzeit nach Vereinbarung

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zuletzt aktualisiert
6.5.2019